Hersteller Hartmetall-Stempel

Ein Hartmetall-Stempel ist ein Schneid- oder Umformstempel, dessen aktiver Bereich aus Hartmetall besteht. Beim Feinschneiden und Stanzen hochfester Stähle ersetzen Hartmetall-Stempel zunehmend andere Werkzeuge aus Schnellarbeitsstahl, weil sie höhere Schnittkräfte ohne nennenswerten Werkzeugverschleiß aufnehmen. WTN, Ihr professioneller Hersteller Hartmetall-Stempel, zeigt Ihnen, wie der Stempel funktioniert und was sich damit alles bearbeiten lässt.

Was ist ein Hartmetall-Stempel?

Ein Hartmetall-Stempel ist das aktive Werkzeugteil, das Blech unter hohem Druck trennt oder umformt und dabei aus gesintertem Hartmetall statt aus Stahl gefertigt wird. Hartmetall besteht überwiegend aus Wolframkarbid und einem Bindemittel aus Kobalt, das die harten Karbidkörner zusammenhält. Diese Kombination verbindet eine extreme Härte mit einer Druckfestigkeit von mehreren tausend Newton pro Quadratmillimeter. Außerdem hat sie eine Verschleißfestigkeit, die Schnellarbeitsstahl deutlich übertrifft.

Der Bindemittelanteil steuert dabei das Verhältnis aus Härte und Zähigkeit: Ein hoher Kobaltgehalt macht das Hartmetall zäher und stoßfester, ein niedriger Anteil härter und verschleißfester, dafür aber spröder. Für Schneidstempel wählen Werkzeugbauer die Sorte deshalb zumeist passend zur Belastung und zum Blechwerkstoff aus.

Zusammenspiel von Stempel, Matrize und Schnittspalt

Im Werkzeug arbeitet der Schneidstempel präzise geführt gegen eine Matrize, wobei der exakt definierte Schnittspalt die Qualität der Trennung beeinflusst. Das Gute hierbei: Die Härte des Hartmetalls bleibt auch bei hoher Reibung, Temperaturentwicklung und Dauerbelastung stabil, sodass der Stempel seine scharfe Schneidkante über Millionen Hübe hinweg behält. Dadurch entstehen gleichbleibend saubere Schnittflächen und enge Toleranzen, selbst bei anspruchsvollen Werkstoffen. Aus dieser Formstabilität folgt die eigentliche Anwendung, denn ihren Vorteil spielen Hartmetallstempel vor allem dort aus, wo konventionelle Werkzeugstähle unter identischen Bedingungen vorzeitig verschleißen.

Wie verhält sich ein Hartmetall-Stempel beim Feinschneiden von hochfestem Stahl?

Das Feinschneiden ist eine Schneidtechnologie, die Bauteile mit engen Toleranzen und einsatzfertigen Funktionsflächen in einem Hub herstellt. Ausgeführt wird dies auf einer Feinschneidpresse mit dreifach wirkendem Kraftsystem. Beim Feinschneiden hochfester Stähle zeigt sich besonders deutlich, wie stark die Wahl des Stempelwerkstoffs die Prozessstabilität beeinflusst: So erzeugt ein Hartmetall-Stempel eine glatte, glänzende Schnittfläche über die gesamte Blechdicke, während Schnellarbeitsstahl unter denselben Schnittkräften vorzeitig abstumpft. Das liegt daran, dass hochfester Stahl den Stempel stark beansprucht. Hartmetall hält diese Belastung besser aus als Schnellarbeitsstahl und bleibt länger scharf, weshalb er für solche Anwendungen oft die bessere Wahl ist.

Darum senkt Hartmetall den Werkzeugverschleiß an Schneidstempeln

Hartmetall senkt den Werkzeugverschleiß, weil seine Härte und Druckfestigkeit die abrasive Wirkung des Blechwerkstoffs an der Schneidkante stark verlangsamen. Schnellarbeitsstahl erreicht rund 64 bis 66 HRC (Rockwellhärte C), doch Hartmetall liegt mit etwa 1.600 HV (Vickershärte) weit darüber und widersteht so dem Abrieb, den hochfeste Blechwerkstoffe an jeder Schneidkante verursachen.

Ein längerer Standzeitgewinn bedeutet zudem weniger Werkzeugwechsel, weniger Stillstand und eine konstante Maßhaltigkeit über die gesamte Serie. In großen Stanzserien rechnet sich der höhere Anschaffungspreis eines Hartmetallstempels deshalb oft bereits nach wenigen Wartungsintervallen. Damit Hartmetallstempel diesen Vorsprung im Einsatz auch erreichen, muss die Schneidkante allerdings exakt vorbereitet sein, sonst bricht das spröde Material unter Stoßlast aus.

Im Überblick: Hartmetall vs. Schnellarbeitsstahl

Welche Rolle spielt die Schneidkantenpräparation am Hartmetall-Stempel?

Die Schneidkantenpräparation verrundet die Kante des Hartmetall-Stempels gezielt im Mikrometerbereich, damit das spröde Hartmetall die schlagartige Belastung beim Schnittbeginn ohne Ausbrüche aufnimmt. Eine scharfkantig belassene Kante würde an der Eintrittszone schnell splittern; die Verrundung verteilt die Kraft stattdessen gleichmäßig und verlängert die Standzeit dadurch zusätzlich.

Neben der Verrundung beeinflusst auch die Oberflächengüte das Verschleißverhalten, weil eine glatte Mantelfläche die Reibung im Schnittspalt reduziert. Ein Beispiel: Berührungslose Verfahren wie die elektrochemische Metallbearbeitung erzeugen Rauigkeiten bis Ra 0,05 µm ohne thermische Randzonenschäden, und das macht die Bearbeitung hochharter Stempel überhaupt erst möglich.

Werkstoffe und Anwendungen für Hartmetall-Stempeln

Hartmetall-Stempel kommen überall dort zum Einsatz, wo harte Blechwerkstoffe, hohe Stückzahlen und enge Toleranzen aufeinandertreffen und Werkzeuge aus Stahl zu schnell verschleißen. Typische Werkstoffe reichen hierbei von hochfesten und ultrahochfesten Stählen über Edelstahl bis zu Elektroblech, das in großen Serien gestanzt wird.

Der Einsatz von Hartmetall-Stempeln konzentriert sich dabei zumeist auf vier Industriezweige, die Präzision in der Massenfertigung verlangen:
  • Automobilindustrie: Sicherheits- und Strukturbauteile aus hochfestem Stahl in Millionenauflage
  • Elektrotechnik: Lamellen und Stanzgitter aus Elektroblech mit engsten Toleranzen
  • Maschinenbau: belastbare Serienteile, die dauerhaft maßhaltig bleiben müssen
  • Medizintechnik: kleine Präzisionsteile mit hoher Oberflächengüte

Für jeden dieser Anwender entscheidet die Fertigungsqualität des Stempels über die Wirtschaftlichkeit der gesamten Stanztechnik, wodurch die Hartmetallbearbeitung selbst zum eigentlichen Erfolgsfaktor wird.

Werkzeugtechnik Niederstetten: SO fertigt WTN Hartmetall-Stempel an

Die Werkzeugtechnik Niederstetten GmbH & Co. KG produziert seit 1996 als Mitglied der Würth-Gruppe hochpräzise Stahl- und Hartmetall-Werkzeuge in Niederstetten in der fränkischen Hohenlohe. Dabei fertigt WTN Hartmetall-Stempel und passende Matrizen aus eigener Hand an, von der Konstruktion über die Hartmetallbearbeitung bis zur geprüften Auslieferung. 

Unsere Experten wissen: Die Bearbeitung von Hartmetall verlangt Verfahren, die auch härteste Werkstoffe formgenau abtragen. Deshalb kombiniert WTN dafür CNC-Drehen, HSC-Fräsen und CNC-Schleifen mit Draht- und Senkerodieren. Über 28 Fertigungsschritte hinweg sichert das nach ISO 9001 zertifizierte Qualitätsmanagement die Maßhaltigkeit jedes Werkzeugs ab.

Neben neuen Werkzeugen analysiert WTN auch verschlissene Stempel, optimiert deren Standzeit und fertigt Erstmusterteile sowie Ersatzteile für laufende Pressen an. So bleibt die Produktion unserer Kunden wirtschaftlich, weil ungeplante Stillstände an der Feinschneidpresse seltener werden.

Titelbild Startseite, Betriebsgebäude von außen mit großem WTN Logo

WTN: Ihr erfahrener Hersteller für Hartmetall-Stempel und Co.

Die Stärke von WTN liegt in der Kombination aus langjähriger Erfahrung, eigener Fertigungstiefe und einem Fokus auf praxistaugliche Lösungen. Jedes Werkzeug wird bei uns exakt auf die Anforderungen der Anwendung abgestimmt, um maximale Standzeit und Prozesssicherheit zu gewährleisten. Dabei können Sie sich außerdem über feste Ansprechpartner freuen, die Sie auf Augenhöhe beraten und Ihr Projekt von der Planung bis zur Inbetriebnahme begleiten.

Sie sind auf der Suche nach passenden Hartmetall-Stempel? Bei uns werden Sie fündig: Sprechen Sie uns an oder vereinbaren Sie einen Termin – wir freuen uns darauf, von Ihnen zu hören!

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist der Hauptvorteil von Hartmetall-Stempeln?

Hartmetall-Stempel bieten eine deutlich höhere Verschleißfestigkeit als Werkzeugstähle und behalten ihre Schneidkanten auch unter hoher Belastung über lange Zeit. Dadurch arbeiten sie mit konstanter Schnittqualität und reduzieren Stillstandzeiten in der Produktion erheblich.

Der Einsatz lohnt sich besonders bei großen Serien, hochfesten Werkstoffen und Anwendungen mit hohen Qualitätsanforderungen. Trotz höherer Anschaffungskosten amortisieren sich Hartmetall-Stempel durch längere Standzeiten und geringen Wartungsaufwand meist schnell.

Die Kantenpräparation ist wichtig, weil die gezielte Verrundung der Schneidkante Spannungsspitzen beim Schneidbeginn reduziert und Ausbrüche im spröden Hartmetall verhindert. Dadurch wird die Standzeit erhöht und die Prozesssicherheit im laufenden Betrieb deutlich verbessert.

Ja, Hartmetall kann nachbearbeitet werden, allerdings nur mit speziellen Verfahren wie Schleifen oder Erodieren. Mit diesen Verfahren ist ein präzises Nachbearbeiten möglich, ohne dass dabei das Material thermisch oder mechanisch geschädigt wird.